Chaos durch STIKO-Empfehlung: Erstimpfung mit Astra Zeneca, Zweitimpfung mit BioNTech (Update vom 25.07.21)

Nachdem wir nun mit großem Einsatz und logistischem Aufwand einen Großteil der  Erstimpfungen gegen COVID-19 samt Terminierung der Zweitimpfungen hinter uns gebracht haben, stürzt uns die STIKO zum wiederholten Male in dieser Pandemie durch eine 180-Grad-Kehrtwende ins Chaos: In einer Pressemitteilung vom Donnerstag, 1. Juli 2021, verkündet die STIKO ihre neue Empfehlung, nach der jeder Impfling, der den Astra Zeneca-Impfstoff als Erstimpfung erhalten hat, nun einen mRNA-Impfstoff als Zweitimpfung bekommen soll (sogenannte “Kreuzimpfung” oder heterologes Impfschema). Die Veröffentlichung dieser Empfehlung erfolgte ohne jegliche Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden oder der Ärzteschaft und löst bundesweites Chaos in den Praxen und Impfzentren aus.

Bundesgesundheitsminister Spahn, der sich ebenfalls überrascht und verärgert zeigte, bemühte sich indes zu versichern, daß genügend mRNA-Impfstoff verfügbar sei.

Hintergrund sind die Ergebnisse der britischen ComCov-Studie, die der Kreuzimpfung eine bessere Wirksamkeit gegenüber der Standardimpfung (homologes Impfschema) bescheinigt und vor allem ein kürzeres Impfintervall von 4 Wochen ermöglicht. Dies erscheint insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante des SARS-CoV-2-Virus günstig, um schnell einen kompletten Impfschutz aufzubauen. Nur zweifach Geimpfte scheinen gegen diese Variante einen effektiven Schutz zu haben.

Einschränkend ist aber festzuhalten, daß in der oben genannnten Studie ein Intervall zwischen erster und zweiter Impfung von 4 Wochen gewählt wurde, ungeachtet der Tatsache, daß für ein homologes Impfschema mit Astra Zeneca ja 12 Wochen empfohlen werden. Dies bedeutet, daß in dieser Studie die Wirksamkeit des homologen Impfschemas mit Astra Zeneca deutlich unterschätzt wurde.

Es bleibt auch festzuhalten, daß ungeachtet einer offensichtlich noch besseren Wirksamkeit einer Kreuzimpfung auch die homologe Impfung mit Astra Zeneca, BioNTech oder Moderna einen guten Schutz vor schweren Verläufen von Covid-19 bietet. Es ist sowieso damit zu rechnen, daß in der Zukunft noch weitere Auffrisch-Impfungen erforderlich sein werden, die dann gegebenenfalls mit einem mRNA-Impfstoff vorgenommen werden können.

Update 25.07.21: Wir haben nun entsprechend der o.g. Empfehlungen die Astra-Zweitimpfungen in Kreuzimpfungen umgewandelt, werden also künftig ausschließlich BioNTech-Impfstoff bestellen. Durch die oben beschriebene Situation bleiben wir voraussichtlich auf den bereits bestellten und gelieferten Mengen an Astra-Impfstoff sitzen. Darüber hinaus gibt es noch Restbestände an Johnson&Johnson-Impfstoff.

Dr. Olaf Köster